Merkel unverständlicher als Steinmeier
[25. September 2009]
Der deutsche Bundestagswahlkampf sucht klare Worte. Kanzlerin Angela Merkel hat dabei das Nachsehen. Ihre Botschaften an rund 62 Millionen Wahlberechtigte sind weit weniger deutlich als die ihres Herausforderers. Frank Walter Steinmeier hat in Sachen Verständlichkeit die Nase vorn. Das ergab eine Studie der Universität Hohenheim in Kooperation mit dem Comlab Ulm.
Steinmeier schlägt Merkel
Die SPD hat den Wahlkampf um die deutlichere Sprache für sich entschieden. Steinmeier erreicht auf dem Hohenheimer Index 16,4 von 20 möglichen Punkten. Die regierende Kanzlerin schafft es gerade mal auf 13,9 Punkte. Der Hohenheimer Index ist eine Verständlichkeitsformel, die mit Unterstützung der Software TextLab erstellt wird. Dabei werden für die Verständlichkeit relevante Faktoren erhoben und gewichtet. Beispiele dafür sind z. B. der Gebrauch von langen Sätzen oder abstrakten Wörtern.
Politikerjargon dominiert
Die Forscher kritisieren den häufig verwendeten Politikerjargon im deutschen Wahlkampf. Verständlich formulieren die Kandidaten nur bei Angriffen auf den politischen Gegner. Sachthemen verstecken sich hinter komplizierten Erklärungen. Langen Atem beweisen deutsche Politiker in Sachen Satzlänge. Ungetüme von bis zu 50 Wörtern durchziehen die politischen Botschaften.
Auswertung mit TextLab
Basis für die Untersuchung ist die Software TextLab. Die richtungsweisende Entwicklung zeigt textliche Schwächen schonungslos auf. Schachtelsätze, Wortungetüme und Fremdwort-Gebrauch fließen in die Auswertung ein. TextLab wird in Österreich exklusiv von Webworks vertrieben.
Rückfragehinweis
Dr. Martin Sturmer
T +43 662 450627 11
E martin.sturmer@webworks.at


